Zuckeralternativen

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Die Industrie setzt Süßstoffe zur Herstellung von kalorienarmen Lebensmitteln wie Diät- oder Light-Produkten ein, da die Süßstoffe keinen kalorischen Wert haben. Der üblicherweise eingesetzte Haushaltszucker (Saccharose) wird in den Lebensmitteln durch Süßstoffe ersetzt. Die sogenannten kalorienarmen Lebensmittel richten sich besonders an Personen mit Übergewicht.
Aber Süßstoffe werben auch mit der Zahngesundheit.

Antikariogenität
Süßstoffe wirken im Gegensatz zu Zuckern und Zuckeralkoholen nicht kariogen und können somit die Kariesprophylaxe unterstützen. Häufig werden Süßstoffe deshalb in Kaugummis verwendet. (DGE, 2007)
Süßkraft
Ein weiterer Vorteil von Süßstoffen ist, dass diese eine 10- 13.000-fache höhere Süßkraft als Haushaltszucker haben, so dass nur Mengen im Milligrammbereich benötigt werden, um eine identische Süßkraft wie durch Saccharose zu erreichen (Tabelle 1). Auch ohne den Einsatz von Zucker in Lebensmitteln, kann so ein süßer Geschmack erzielt werden. (DGE, 2007); Aufgrund nur geringer benötigter Mengen an Süßstoff ist der Einsatz für die Lebensmittelindustrie günstiger als Zucker. In Kombination mit anderen Süßungsmitteln ergeben sich teilweise Synergismen, die eine noch höhere Süßkraft oder eine geschmacksverstärkende Wirkung erzielen können. (Tombek, 2010 S. 1)
Insulinneutralität
Außerdem haben Süßstoffe keinen Einfluss auf den Insulinspiegel und lösen somit keine glykämische Reaktion aus. Sie sind für den menschlichen Organismus also energiefrei. Aus diesem Grund werden Lightprodukte besonders für Diabetiker ausgelobt. (DGE, 2007);
In den Verruf kamen sie durch Studien, die zeigten, dass sich Süßstoffe ungünstig auf unsere Darmflora auswirken, auf das sogenannte Mikrobiom.
Obwohl die Wirkung von Süßstoffen auf das Mikrobiom noch nicht restlos geklärt ist, finden sich bei Adipösen weniger unterschiedliche Mikrobiota als bei normalgewichtigen Gesunden. Auch das „energy harvest“-Modell wirft Fragen auf, denn es beschreibt,dass die Darmbakterien im Falle von Adipösen mehr Energie aus der aufgenommenen Nahrung ziehen durch die Bildung von Short Chain Fatty Acids. Es gibt ganz klar einen Zusammenhang mit dem metabolischen Syndrom. Auch hier wird der Zusammenhang von Adipositas und dem Mikrobiom klar bestätigt. Die Frage, ob ein gewisses Mikrobiota-Bild nun Adipositas verursacht, das Übergewicht Einfluss auf die Mikrobiota hat oder beides der Fall ist, ist bisher noch nicht geklärt.

Mehrere Zuckeralternativen unter der Lupe – hinsichtlich Mikrobiom, Verträglichkeit für Sensible und Reizdarmpatienten oder Fruktosemalabsorber:

E 950 Acesulfam- K Nicht kariogen, beeinträchtigt in reiner Form nicht das Makrobiom, für Fruktosemalabsorber geeeignet • Acesulfam-K (E 950): Der Süßstoff ist seit 1990 auf dem Markt. Er süßt 200-mal stärker als Zucker.
• https://www.netdoktor.de/ernaehrung/e-950-acesulfam-k/
• Der Süßstoff ist seit 1990 auf dem Markt.
Acesulfam besitzt in sehr hohen Dosen einen leicht bitteren Nachgeschmack, um dies zu verhindern, wird Acesulfam K oftmals als Gemisch mit anderen Süßstoffen angeboten. Wie z. B. in Canderel Streusüße oder SweetnLow;

E 951 Aspartam

+ Keine Wirkung auf das Mikrobiom, +insulin-unabhängig
Der 1981 zugelassene Süßstoff Aspartam schmeckt rein, verstärkt Fruchtnoten. Er zerfällt bei Hitze. Menschen mit der Stoffwechselkrankheit Phenylketonurie vertragen ihn nicht. Um Aspartam ranken sich wahrscheinlich daher viele Behauptungen, der
Grund dafür dürfte in der chemischen Zusammensetzung des Süßstoffes liegen: Phenylalanin ist für Menschen mit der Stoffwechselerkrankung PKU problematisch. Mit dieser Krankheit werden jedoch nur eines aus 8000 Kindern geboren. Die anderen Inhaltsstoffe Asparaginsäure und Methanol, die in natürlichen Lebensmitteln in weitaus höheren Konzentrationen vorkommen werden ebenfalls als problematisch bezeichnet, wobei auch hier die Zufuhr durch natürliche Lebensmittel weitaus höher ist als durch mit Aspartam gesüßten Lebensmitteln. Kaum mehr am Markt als Süßstoff erhältlich – außer in Lebensmitteln als Gemisch mit anderen Süßstoffen;
Gemischt z. B. in
Wie z. B. in Canderel Streusüße oder SweetnLow
Hermesetas Assugrin

E 952 Cyklamat

Viele Reizdarmpatienten vertragen diesen Süßstoff Cyklamat gar nicht, wäre aber für Fruktose-malabsorber geeignet – aber ich empfehle in der Karenzphase Cyklamat auch nicht!

Cyclamat ist seit 1963 bei uns zugelassen. Er hat die 35-fache Süßkraft von Zucker Meist als flüssiger Süßstoff erhältlich;

Fruktose (Fruchtzucker):

Fruktosemalabsorber müssen diesen meiden, Reizdarmpatienten und Blähungsgeplagten sind auch gut beraten diesen Zuckerzusatz zu meiden;
Der Einfachzucker ersetzt oft Haushaltszucker. Fruktose steckt in Früchten, industriell kommt sie aus Stärke.
Wer sie nicht verträgt, leidet an Fruktoseintoleranz und kann die Fruktose nur schlecht aufnehmen, ist also ein Fruktosemalabsorber. Diese sind stark steigend, denn wir nehmen ungefähr 30 % mehr Fruktose durch Lebensmittel auf als noch vor 4 Jahren. Fruktose findet sich in vielen Lebensmittel, da dieser Zucker mehr süßt und viel, viel billiger in der Produktion ist. Die Produkte erhalten dann weniger Zucker als bisher, was viele als besser bewerten ohne auf die Zuckerart zu achten.
Fruchtzucker steht mit Leberverfettung, metabolischem Syndrom, Reizdarm und Adipositas im Zusammenhang.
Fruchtzucker findet sich in: Zerealien, Süßigkeiten, Getränken, Fitnessprodukten, Smoothies, Keksen, Milchprodukten, ….

E968 Eryhtrit

+Darmmikrobiom bleibt unbeeinflusst, +zahnfreundlich,
+auch für Sensible und Fruktosemalabsorber geeignet;

Schmeckt wie Zucker, ist gut löslich und liefert keine verwertbaren Kohlenhydrate
mit 70% der Süßkraft von Zucker zum Süßen von Getränken, Süßspeisen und Desserts, Zum Kochen und für Saucen, Nach Pulverisierung auch zum Backen;
Sie können den Stoff als Pulver oder in Kristallform kaufen und damit Ihre Speisen süßen. Je nach Anbieter kostet ein Kilo etwa sieben bis elf Euro. Hersteller gewinnen das Pulver mithilfe von chemischen Katalyseprozessen oder Fermentation durch Pilze. In Deutschland ist Erythrit als Zusatzstoff in Lebensmitteln zugelassen und trägt auf Verpackungen den Namen E968. Im Handel ist es auch unter dem Namen Sukrin, Sucolin oder Xucker Light bekannt.

Gemisch mit Stevia: bestes Geschmacksergebnis aller Zuckeralternativen!!! z. B. Sweet Care oder von Vital bei Müller;

Maltose (Malzzucker):
+Für Fruktosemalabsorber geeignet, +gut zum Aufbau;
Maltose (Malzzucker): Dieser Zweifachzucker wird aus Getreide hergestellt und schmeckt nach Karamell.
Gerstenmalz

E 953 Isomalt
– Nicht geeignet für Fruktosemalabsorber!!!
Der Austauschstoff Isomalt aus Zucker süßt fast so wie Zucker.
Maltit (E 965)

Mannit (E 421):
+ Geeignet für Fruktosemalabsorber
Mannit (E 421): Der Zuckeraustauschstoff steckt in Algen und Pilzen. Industriell wird er aus Stärke gemacht.

Maltit (E 965): Dieser Zuckeraustauschstoff aus Stärke süßt fast so genauso stark wie Zucker.

E 967 Xylit:
+Zahnfreundlich, – tödlich für Hunde,
– schlecht für das Mikrobiom
geeignet für Fruktosemalbsorber Der Austauschstoff Xylit steckt in Beeren und Pilzen, industriell gewinnt man ihn auch aus Holzzucker Birkenzucker

Inulin oder andere Polysaccharide
Polysaccharide wirken blähend und sind in großen Mengen nicht verträglich, in kleinen Mengen, für Fruktosemalabsorber nach der Karenz, auszuprobieren
Sensible aufgepasst: Da Bakterien derartige Ketten aufspalten können, hängt die Verträglichkeit auch von der eigenen Darmflora ab.
Polysaccharide
Das sind Ketten aus mehr als 10 Zuckermolekülen. Bestehen sie aus Fruktosemolekülen, nennt man sie Oligofruktose, Fruktane oder Fruktooligosaccharide. Ein Beispiel dafür ist Inulin, das aus etwa 100 Fruktosemolekülen besteht. Sie werden von uns nicht aufgespalten, wohl aber von den Bakterien im Dickdarm. Stärke ist ein wichtiges Polysaccharid. Stärke besteht aus langen Glukoseketten die bis in ihre Einzelzucker aufgespalten und verdaut werden. Sie ist bei Fruktose- und Laktoseintoleranz unbedenklich.

Golden syrup – neu im Supermarktregal. Für Fruktosemalabsorber keinesfalls in der Karenzzeit, dannach ist es auszuprobieren, ob dieses Süßungsmittel verträglich ist.

Was lässt sich aus den neuesten Erkenntnissen über Zuckeralternativen entnehmen?

Zunächst gilt es, Entwarnung zu geben hinsichtlich der Kanzerogenität.
Klar ist auch: Zum Abnehmen sind Süßstoffe nicht geeignet, nicht umsonst werden sie in der Schweinemast eingesetzt.
Dazu sollten sie auch daher nicht aktiv empfohlen werden. Sinnvoller wäre eine generelle Zurückhaltung bei süßen Lebensmitteln.
Wichtig ist auch die Botschaft an Schwangere und stillende Mütter: Sie sollten vorsichtshalber auf übermäßigen Süßstoffkonsum verzichten, solange nicht vollständig geklärt ist, welchen Einfluss die Zuckerersatzstoffe auf die Entwicklung des Neugeborenen haben.

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