FODMAP-armes Brot?


Viele Reizdarmpatienten kennen schon das Akronym FODMAPS, denn um die Symptome zu lindern kommt man kaum an einer FODMAPS-Diätphase vorbei. Es geht bei FODMAPS um fermentierbare Di-, Oligo-, Monosarcharide und Zuckeralkohole sogenannte Polyole, also es stecken ganz bestimmte Kohlenhydrate dahinter, die sich vergären lassen. Welche Beschwerden das beim Reizdarmpatienten macht, kann sich ein Mensch ohne Darmprobleme kaum ausmalen.
Das FODMAP-Konzept beruht darauf, die kurzkettigen Kohlenhydrate auf ein tole-rierbares Minimum zu reduzieren und die Toleranzgrenze findet man heraus. Es werden in einer ersten Phase die FODMAP´s strikt reduziert, um eine Symptom-verbesserung herbeizuführen, dann werden die einzelenen FODMAP´s ausgetestet um die Toleranzgrenzen auszuloten.
Neben der FODMAP-Diät probieren viele auch die glutenfreie Ernährung.

Kurzzeitig führt das auch oft zur Verbesserungen, die nicht von langer Dauer sind, viele Studien deuten daraufhin, dass ein Glutenverzicht keinen zusätzlichen Nutzen bringt, aber inzwischen lassen einige Studien aufhorchen, dass nicht der Weizen sondern die Gehzeit ein Thema für Reizdarmpatienten sein könnte. Die meisten angebotenen Brote haben zum Gehen nur eine Stunde Zeit, nach stundenlanger Teigführung hätte das Brot aber nur mehr wenig oder gar keine FODMAP´s; Selbst Weizenbrot (ein sehr fodmapreiches Brot!) weist nach vier Stunden Gehzeit 1/10 des ursprünglichen FODMAP-Gehaltes.
Fazit aus derzeitiger Sicht: Die Teigführung hat für Reizdarmpatienten mehr Relevanz als die Brotsorte. Teige die lange Zeit zum gehen hatten sind also besser verträglich.
Ziegler JU et al. Wheat and the irritable bowel syndrome – FODMAP levels of modern and ancient species and their retention during bread making. Journal of Functional Foods 2016; 25:257-266

Möchten Sie Ihr Brot selber backen?
Beginnen Sie mit einem einfachen Dinkelbrot aus 600 Gramm Dinkelmehl, 390 Gramm Wasser, 12 Gramm Salz und 0,5 Gramm frische Germ.

Die Zutaten werden vermischt und müssen mindestens 24 Stunden bei Raumtemperatur reifen. Damit sich das Klebereiweiß gut verbindet, wird der Teig zwischendurch etwa alle acht Stunden «gedehnt und gefaltet». Das heißt, er wird rundherum auseinandergezogen und wieder nach innen eingeschlagen. Nach der Reifezeit wird der Laib geformt, der dann nochmals eine Stunde lang ruhen soll.

Reifen sollte der Teig in einer Schüssel, die mindestens das doppelte Volumen des Teigs hat. Wenn man die Schüssel mit einem mit Maismehl bemehlten Leinentuch auslegt, bleibt auch der Teig nicht kleben. Der geformte Laib sollte dann in einem Gefäß (z. B. in einem Simperl) ruhen, das ungefähr der Brotgröße entspricht. Nun schon den Backofen bei Unter- und Oberhitze auf 220 Grad drehen und einen Gußeisentopf schon miteinstellen. Danach kann das Brot in den heißen Gußeisentopf, der nun noch mit Polenta (grober Maisgrieß) bestreut wird Brot hineingleiten lassen und zugedeckt im Ofen etwa 30 Minuten mit geschlossenem Deckel und 15 Minuten offen gebacken!

Diagnose Reizdarm

Wenn diese Diagnose gestellt wird, ist Essen oder der Zustand danach oft eine Qual. Ein Reizdarm ist eine Störung der Darmfunktion, die länger als drei Monate andauert und immer wiederkehrt. Die Krankheit ist nicht gefährlich, doch die Symptome sind so massiv, dass sie sich auch auf das Soziale – und Berufsleben der Betroffenen auswirken können.

RDS
RDS

Schwierige Situation: Denn konventionelle Untersuchungen stellen kein organisches Leiden fest, die Darmtätigkeit spielt aber dennoch verrückt.
Erst in jüngster Zeit beschäftigen sich mehr und mehr Fachleute mit dem Reizdarmsyndrom. Der Durchbruch kam 1988, als die sogenannten Rom II-Kriterien aufgestellt wurden, die RDS definieren. Das Hauptmerkmal sind demnach Schmerzen im Bauchraum oder das Gefühl des Unwohlseins über mindestens 12 Wochen sowie Erleichterung beim Stuhlgang und Veränderung der Stuhlfrequenz oder -konsistenz.
Das Nervensystem des Magen-Darmtraktes steht mit dem Gehirn in direkter Verbindung. Geht es uns psychisch schlecht, etwa durch Stress, bekommt das auch der Darmtrakt zu spüren und reagiert dementsprechend. Bei Reizdarm – Patienten sind die Nerven in der Darmwand viel empfindlicher als bei gesunden Menschen und stören so die Darmtätigkeit. Durchfall oder Verstopfung ist die Folge. Freuen sind doppelt so häufig betroffen wie Männer.
Ein Reizdarm ist aber keinesfalls eine rein psychosomatische Erkrankung. Voraussetzung ist immer eine Funktionsstörung des Darmes, die durch besondere psychische Belastungen ausgelöst bzw. verstärkt werden kann.
Individuell:
Jeder Reizdarm-Patient braucht eine auf ihn zugeschnittene Behandlung. Der gekonnte Umgang mit Stress – Entspannungstechniken sind sehr erfolgreich. Auch die Umstellung der Ernährung in Verbindung mit Tests auf Lebensmittelunverträglichkeiten wie etwa eine Fruktose- oder Laktoseintoleranz sind wichtig.
RDS – Hauptsymptome:
Schmerzen im Bauchraum (Abdomen) oder Gefühl des abdominellen Unwohlseins über mindestens 12 Wochen im Jahr begleitet von zwei der folgenden drei Kriterien:
• Erleichterung beim Stuhlgang und/oder
• Beschwerdebeginn begleitet von Veränderungen der Stuhlfrequenz und/oder
• Stuhlkonsistenz.
Mögliche zusätzliche Symptome:
• Weniger als 3x Stuhlgang pro Woche
• Mehr als 3x Stuhlgang pro Tag
• Stuhl hart oder klumpig
• Stuhl lose oder wässrig
• Pressen beim Stuhlgang
• Stuhldrang
• Gefühl der unvollständigen Entleerung nach dem Stuhlgang
• Schleimausscheidung beim Stuhlgang
• Aufgetriebener Bauch, Blähungen
aufschreiben
Führen Sie ein Beschwerdeprotokoll: Was essen Sie, wann und wann haben Sie welche Beschwerden und wann haben Sie Stuhl und wie sieht dieser aus? Solche Aufzeichnungen helfen enorm, um dann eine gezielte Ernährungstherapie für Sie zusammenzustellen.