Histamin macht Ihnen das Essen schwer?

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 Die bisherigen Erfahrungen im Rahmen in­dividueller Ernährungstherapien zeigen, dass sich die Verträglichkeit von Histamin und biogenen Aminen durch eine dreistufige Kostumstellung erhöhen lässt.  

Dieses Vorgehen wird aufgrund des derzeitiges Wissens über den Pathomecha­nismus einer Histaminunverträglichkeit empfohlen, um pauschale, restriktive und dauerhafte histamin­arme Diätformen, die die Lebensqualität der Pati­enten unnötig einschränken, zu vermeiden.  Gemäß der europäischen Allergie-Guidelines kann gesagt werden, dass die Diagnose einer Histaminunverträg­lichkeit bislang ausschließlich klinisch erfolgt, ohne dass bisher aussagekräftige Laborparameter zur Verfügung stehen.
Das therapeutische Vorgehen orientiert sich an der individuellen Verträglichkeit der Betroffenen. Pauschale Einschränkungen der Nahrungsmittelaus­wahl sind lediglich diagnostisch von Bedeutung, stellen aber langfristig keine Hilfe für betroffene Pa­tienten dar. 

Ziel einer jeden Therapie im Bereich der Nahrungsmittelunverträglichkeiten ist es, nicht nur die Symptomatik, sondern auch den Leidensdruck durch die Einschränkungen der Lebensqualität auf ein Minimum zu begrenzen.

Für ein solches Therapieziel sind Pauschaldiäten aus populärwissenschaftlichen histaminarmen Ratgebern wenige geeignet, auch dann nicht, wenn eine anfängliche Besserung der Symptomatik auftritt. Denn diese Art von Diäten dienten oft nur als Diagnostikdiät und jede Umstellung der Ernährung bringt Veränderungen mit sich. Die Histamingehalte schwanken auch in den Nahrungsmitteln extrem und die Unverträglichkeit liegt meist nicht nur am Nahrungsmittel, sondern auch an Mahlzeitenabständen, Verdauung, körperliche Aktivität, Beisein von Alkohol als sog. Trigger oder Stress u. v. m.; 

Histamin als Auslöser

Zunächst erfolgt eine Umstellung auf eine gemüsebetonte Mischkost, die Einfachen Kohlenhydrate, sowie die Zuckeraufnahme muss reduziert werden und der Fokus liegt auf der Qualität der Eiweiß- und Fettaufnahme. Eine derartige Ernährung bewirkt eine Verlangsamung der Magen-Darm-Passage, eine veränderte Permeabiltiät, eine bessere Einwirkzeit der abbauenden Enzyme und hoffentlich auch eine Veränderung der darmansässigen Mikrobiota. 

Außerdem gibt eine Reihe von Faktoren, die den Abbau von Histamin dienen. Um die es auch in der Diät-Therapie geht.

Wenn Sie also erwägen zu mir in die Diätpraxis zu kommen und erwarten, dass sie hier eine streng histaminarme Kostanleitung bekommen, dann muss ich Sie gleich vorab enttäuschen. Viele vergleichen die erhaltene Diät mit vorhandenen Apps, die sie bisher nutzten oder Tabellen und Listen, nach denen sie sich bisher richteten. Manche unterstellten mir sogar, ich arbeite nicht korrekt und würde nicht Bescheid wissen um die Histaminwerte einzelner Lebensmittel. All jenen sei gesagt: Es ist komplizierter. Histamin ist ein Gewebshormon. Es wäre schön, wenn es so einfach wäre. Es gilt herauszufinden, wie und worauf Ihr Körper reagiert – erst dann können wir gemeinsam zielgerichtet Ihren Körper unterstützen.

Aber was könnten Sie jetzt gleich tun? 

Es ist hilfreich, wenn Sie schon vorab 4-6 Wochen lang ein sogenanntes Essens- und Beschwerdeprotokoll führen. Interessant ist der Zeitpunkt wann Sie essen, wann Sie trainieren, aber auch wann Sie heiß duschen oder ein heißes Bad nahmen. Wenn Symptome auftreten ist auch der Zeitpunkt, wann Sie diese bemerken relevant. Durch diese Datensammlung erst, kann dann die dreistufige Therapie erfolgen. 

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